Unterfütterungen

Was ist eine Unterfütterung?

Als Unterfütterung bezeichnet man das Auffüllen der Prothesenbasis innen mit Prothesenkunststoff.

 

Dies kann notwendig werden, wenn der zahnlose Kiefer durch den natürlichen Abbauprozess atrophiert, also abgebaut wird, und die Prothese kein „Lager“ mehr hat.

 

Die Folgen sind ein Absinken und Kippeln der Prothese, Halteklammern können an den Ankerzähnen Richtung Zahnfleisch rutschen, was für das Zahnfleisch schmerzhaft ist und eine Gingivitis auslösen kann. Außerdem beißen die Zähne in einem solchen Zustand nicht mehr zusammen. Weiterreichende Bedeutungen einer schlecht sitzenden Prothese sind eine mangelnde Abbeißfunktion, ein unzureichendes Zerkleinern der Nahrung und gehäuft Druckstellen auf dem Zahnfleisch. Desweiteren können sich Ankerzähne durch das Absinken der Halteklammern aufgrund der nun falschen Statik lockern.

Arten von Unterfütterungen

Direkte weichbleibende Unterfütterung

 

Eine direkte Unterfütterung wird in der Praxis hergestellt. Nicht jede Unterfütterung ist dafür geeignet. Frau Bormann wird Sie bei entsprechendem Wunsch dazu beraten.

 

Ablauf

Die Prothese wird gründlich gereinigt und entsprechend mit einer speziellen Haftgrundierung vorbereitet.

Anschließend wird das weichbleibende Unterfütterungsmaterial auf die Protheseninnenseite aufgebracht und in den Mund zurückgesetzt. Das Material muss nun 3-4 Minuten aushärten. Nach Entnahme aus dem Mund werden Überstände entfernt. Zum Schluss wird ein Versiegelungslack auf die Übergangsstellen aufgetragen und für 5 Minuten an der Luft getrocknet.

 

Indirekte Unterfütterung

 

Eine indirekte Unterfütterung wird in Zusammenarbeit mit dem Labor hergestellt. Dazu muss der Patient an einem Tag zwei mal in der Praxis erscheinen.

 

Ablauf

Zum ersten Termin wird auch hier die Prothese gründlich gereinigt und die Protheseninnenseite mit einem speziellen Haftlack vorbereitet.

Anschließend wird das Unterfütterungsmaterial auf die zu unterfütternden Anteile aufgebracht. Danach wird die Prothese in den Mund zurückgesetzt. Hierbei muss der Patient verschiedene aktive Wangen- und Lippenbewegungen ausführen, um überschüssiges Material wegzudrücken. Passive Wangen- und Lippenbewegeungen werden danach durch Frau Bormann durchgeführt. Ebenfalls wird auf korrekten Zusammenbiss geachtet.

Nach Aushärten des Abdruckmaterials wird die vorbereitete Prothese in das zahntechnische Labor gegeben, welches die eigentliche Unterfütterung anfertigt.

Zum 2. Termin wird die nun fertige Prothese in den Mund eingesetzt. Eventuelle drückende oder störende Stellen werden beseitigt.