Kinder und Teens

Zeitpunkt

Eine reguläre kieferorthopädische Behandlung beginnt im Allgemeinen optimalerweise mit 10 ½ Jahren und dauert in der Regel 16 Quartale, also 4 Jahre. Sie kann sich aber, je nach Schweregrad einer Anomalie auch verkürzen oder entsprechend verlängern.

Sinn einer regulären kieferorthopädischen Behandlung ist das Wiederherstellen der optimalen Zahnbogenform von Ober- und Unterkiefer, einer stabilen Verzahnung und die Wachstumsförderung oder –hemmung von Oberkiefer oder Unterkiefer.

 

Welche Fehlstellung sollte behandelt werden

Verlagerung/ Retention

 

Ein Zahn bricht normalerweise dann durch, wenn ca 2/3 seiner Wurzel ausgebildet sind.

Durch einen zb überzähligen Zahn, eine ungewöhnliche Durchbruchsrichtung , Lückeneinengung durch vorzeitigen Milchzahnausfall,  Vererbung oder Zahnunfall kann ein Zahn im Knochen verlagert oder retiniert sein, er kann nicht durchbrechen.

Eine Verlagerung oder Retention sollte möglichst bald behandelt werden, da sie zur Resorption benachbarter Zähne führen kann.

Zahnunterzahl (Hypodontie, Oligodontie)

 

Zähne oder Zahngruppen können aufgrund erblicher Veranlagung oder in Zusammenhang mit einem Syndrom nicht angelegt sein. Es stehen somit zu wenig Zähne im Kiefer. 

 

Dies fällt vor allem dann auf, wenn der gleiche Zahn auf der Gegenseite bereits durchgebrochen ist, zeitlich versetzt Milchzähne ausfallen, die Vorwölbung im Zahnfleisch nach Milchzahnausfall nicht spür- oder sichtbar ist, sich große Lücken zwischen den großen Schneidezähnen befinden, ein bleibender, oft der seitliche Schneidezahn, Zahn mit einer Zapfenform durchbricht oder ein umgekehrter Frontzahnüberbiss entstanden ist.

Distalbiss (große sagittale Stufe, Rückbiss)

 

Wächst der Unterkiefer langsamer als der Oberkiefer oder wurde durch Habits in eine Rücklage gedrängt, passen die Kiefer und Zähne nicht mehr optimal aufeinander.

 

Als Folge entsteht eine große Frontzahnstufe und ein im Wachstum zurückgebliebener Unterkiefer mit Zahnengständen.

Progenie (mandibuläre Prognathie, progener Formenkreis, Vorbiss, Mesialbiss)

 

Der Begriff Progenie ist irreführend und bedeutet "vorstehendes Kinn". Fachlich korrekt heißt die Anomalie der Kiefer mandibuläre Prognathie, maxilläre Retrognathie oder man spricht vom progenen Formenkreis. Im Alltag findet man auch oft die Verwendungen Vorbiss oder Mesialbiss.

 

Bei einer mandibulären Prognathie wächst der Unterkiefer genetisch bedingt schneller als der Oberkiefer (Überentwicklung des Unterkiefers ). Im Gegensatz dazu kann aber auch bei einer maxillären Retrognathie der Oberkiefer im Vergleich zum Unterkiefer im Wachstum gehemmt sein (Unterentwicklung des Oberkiefer oder des Mittelgesichtes).

 

Betrifft eine Fehlverzahnung nur einzelne Zähne, spricht man von unechter Progenie.

 

Die Ursachen sind vielfältig und oft genetisch bedingt. Es können aber auch Zungenfehlfunktionen oder morphologische Abweichungen (große Zunge, Rachenmandelhypertrophie, behinderte Nasenatmung und dementsprechend Mundatmung) der Grund für eine Kiefergrößenabweichung sein.


Folgen sind ein umgekehrter Biss einzelner oder aller Zähne, der Unterkiefer beißt über den Oberkiefer. Das Erscheinungsbild ist dann durch eine vergrößerte wulstige Unterlippe, ein vorstehendes prominentes Kinn gekennzeichnet, weiterhin findet man sehr oft eine eingeschränkte Nasenatmung.

Offener Biss, auch seitlich

 

Beim offenen Biss beißen Zähne oder Zahngruppen komplett nicht aufeinander. Oft klafft eine Lücke zwischen Ober- und Unterkiefer.

 

Ein offener Biss hat vielfältige Ursachen und kann den Patienten in seiner Entwicklung massiv beeinträchtigen. Dabei unterscheidet man skelettale Ursachen wie Vitamin D-Mangel oder genetische Ursachen, morphologische Ursachen wie vergrößerte Polypen, vergrößerte Tonsillen (Mandeln) oder auch Habits.

 

Bei morphologischen Ursachen wird die Nasenatmung beeinträchtigt, was zur Folge eine ständige Mundatmung hat. Die Zunge als Stempel auf den Oberkiefer fehlt, es kommt zu einem oberen Schmalkiefer mit Zahnengstand. Zähne drehen sich Richtung Lippe.


Habits bewirken einen ständigen Druck auf die Schneidezähne im Ober- und Unterkiefer. Die Zähne weichen dem Druck aus und stellen sich in eine ungünstige Lage Richtung Lippe.

Tiefbiss

 

Die Schneidezähne im Oberkiefer greifen tief über die Schneidezähne des Unterkiefers über.

Oft berühren die Schneidezähne des Unterkiefers die Gaumenschleimhaut des Oberkiefers.

 

Da die Abstützung der Schneidezähne zwischen Ober- und Unterkiefer fehlt, ist diese Fehlfunktion eine fortschreitende Anomalie.

Buccal- und Nonocclusion

 

Bei einer Buccalocclusion ist die Verzahnung (oft) im Seitzahngebiet nicht korrekt, die Seitenzähne im Oberkiefer beißen zu weit innen oder zu weit außen an den Seitenzähnen des Unterkiefers vorbei, haben aber mit einem Höcker oder mit einer Spitze noch Kontakt zueinander.

 

Im Gegensatz dazu haben die Seitenzähne bei einer Nonocclusion im Ober- und Unterkiefer keinen Kontakt mehr zueinander und beißen komplett aneinander vorbei.

Kreuzbiss, frontal oder seitlich

 

Brechen bleibende Zähne weiter innen durch als normal oder treffen exakt auf die Gegenkieferzähne, werden sie in eine hintere Lage gedrängt. Sie können sich wachstumstechnisch nicht selbst "befreien", da der falsche Überbiss stabil ist. 

 

Die Zähne im Oberkiefer greifen dann nicht über die des Unterkiefers, sondern sind Richtung Mundhöhle gedrängt.

Platzmangel, Engstand

 

Sind Zähne bei normaler Kiefergröße zu groß angelegt oder normal große Zähne bei zu kleinem Kiefer, haben sie keinen Platz im Zahnbogen und stellen sich vor oder hinter den Zahnbogen.

 

Die Folge ist eine Schachtelstellung der Zähne. Bei großem Engstand können sich Zähne auch drehen, um mehr Platz zu gewinnen.

Geräte...

Die reguläre kieferorthopädische Behandlung gliedert sich in Bezug auf die verwendeten Geräte oft in mehrere Teilschritte, wobei zu Beginn oft mit herausnehmbaren Geräten (Spangen) gearbeitet wird.

Danach folgen oft festsitzende Behandlungsgeräte wie Brackets.

Den Behandlungsschluss stellen Retentionsgeräte oder Retainer dar.

...herausnehmbar

...festsitzend